Sprachtherapien bei Kindern in der Pandemie: Aufgeschoben, aber nicht aufgehoben

Während der ersten Phase der Covid-19-Pandemie im Jahr 2020 haben AOK-versicherte Kinder zwischen fünf und sieben Jahren weniger sprachtherapeutische Unterstützung erhalten als vor Pandemie-Beginn: Während vor der ersten Pandemie-Welle pro Quartal durchschnittlich 5,5 Prozent der Kinder zwischen fünf und sieben Jahren sprachtherapeutisch behandelt wurden, waren es in der ersten Phase der Covid-19-Pandemie vom zweiten bis zum vierten Quartal 2020 nur 5,1 Prozent. Das zeigt der aktuelle Heilmittelbericht des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO).

„Nach dem Ende der zweiten Pandemiewelle Anfang 2021 sind trotz fortbestehender Beschränkungen Arztpraxen und Therapeuten wieder häufiger aufgesucht und aufgeschobene Sprachtherapien nachgeholt worden. Angesichts der vielfach befürchteten Auswirkungen der Pandemie-Einschränkungen auf die Sprachentwicklung der Kinder ist dies ein positiver Befund“, kommentiert Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des WIdO, die Ergebnisse des aktuellen Heilmittelberichts.

Eine Analyse der Therapien im Zeitverlauf ab dem dritten Quartal 2018 macht deutlich, dass zu Beginn der Covid-19-Pandemie im zweiten Quartal 2020 mit 4,9 Prozent ein sehr viel niedrigerer Wert bei den Sprachtherapien für Kinder von fünf bis sieben Jahren zu verzeichnen war als ein Jahr zuvor beziehungsweise im 2. Quartal 2019. Von den 791.000 Kindern zwischen fünf bis sieben Jahren, die im zweiten Quartal 2020 bei der AOK versichert waren, wurden insgesamt 38.800 Kinder sprachtherapeutisch unterstützt. Der Anteil stieg in den Folgequartalen langsam wieder an und erreichte im ersten Quartal 2021 den höchsten Wert von 6,5 Prozent (53.400 AOK-versicherte Kinder).

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